Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das Magma erloschener Vulkane große Mengen seltener Erden enthalten könnte.
Ein kürzlich veröffentlichter Forschungsbericht enthüllt, dass ein mysteriöses Magma in erloschenen Vulkanen weltweit erhebliche Mengen an Seltenen Erden (SEE) enthalten könnte. Diese sind entscheidend für saubere Technologien wie Elektrofahrzeuge und Windkraftanlagen. SEE wie Lanthan, Neodym und Terbium sind zwar nicht wirklich selten, aber aufgrund ihrer üblicherweise geringen Konzentrationen oft schwer zu gewinnen. Angesichts der weltweit stark gestiegenen Nachfrage nach SEE suchen Länder aktiv nach neuen Bezugsquellen.
Michael Anenburg, der Autor des Forschungsberichts und Forscher an der Australian National University, sagte, dass diese Entdeckung einen neuen Weg für den Abbau von Seltenen Erden eröffnen könnte.
Die Forschungsarbeit wurde gemeinsam von Wissenschaftlern der Australian National University und der Universität der Chinesischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt. Anlass war die Entdeckung eines riesigen Seltenerdmetallvorkommens im schwedischen Kiruna im vergangenen Jahr. Das Vorkommen in Kiruna liegt über einer massiven Eisenerzformation, die vor etwa 1,6 Milliarden Jahren durch intensive vulkanische Aktivität entstand. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, ob die Seltenerdmetalle zufällig entstanden sind oder ob ein Zusammenhang mit den eisenreichen Vulkanen selbst besteht.
Eruptionen von eisenreichem Magma sind bei aktiven Vulkanen selten, doch einige Millionen Jahre alte, erloschene Vulkane haben diese mysteriöse Eruptionsart erlebt.
Das Forschungsteam simulierte eine Magmakammer im Labor und führte Experimente mit synthetischen Gesteinen ähnlicher Zusammensetzung durch. Dabei stellten sie fest, dass eisenreiches Magma beim Schmelzen Seltenerdelemente aus der Umgebung deutlich effektiver aufnahm als herkömmliches vulkanisches Magma – mit einer bis zu 200-fach höheren Effizienz. Diese Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Erschließung von Seltenerdlagerstätten in erloschenen Vulkanen weltweit, insbesondere in Regionen wie den USA, Chile und Australien.
In diesen Gebieten wird bereits an vielen Orten Eisenerz abgebaut, was bedeutet, dass Unternehmen potenziell mehr Wert aus bestehenden Abbaugebieten schöpfen könnten, ohne neue Ressourcen erschließen zu müssen – eine Win-Win-Situation.
Lingli Zhou, Assistenzprofessorin für energiekritische Metalle an der Vrije Universiteit Amsterdam, ist der Ansicht, dass diese Forschung einen interessanten Ansatz verfolgt, indem sie natürliche Umgebungen im Labor simuliert, um Wissenschaftlern zu helfen, zu verstehen, wie sich Seltene Erden in der Erdkruste anreichern, und damit eine starke Unterstützung für die Entdeckung wirtschaftlich rentabler Seltene-Erden-Lagerstätten bietet.
Die Gewinnung von Seltenen Erden ist jedoch mit gravierenden Umweltproblemen verbunden, da häufig giftige Chemikalien zum Einsatz kommen, die Boden und Grundwasser verseuchen können. Einige Experten schlagen daher vor, den Fokus stärker auf das Recycling von Seltenen Erden zu legen, anstatt weiterhin auf deren Abbau zu setzen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Materialien aus ausrangierten Mobiltelefonen, Elektrofahrzeugen und anderen Geräten eine bedeutende und bisher übersehene Quelle für Seltene Erden darstellen könnten, wodurch die Nachfrage nach deren Gewinnung sinken würde.
Quelle: Sina Finance, China Rare Earth Net











